http://www.elmundo.es/elmundo/2010/10/21/andalucia_sevilla/1287664162.html

 

The conference on abortion to be held this weekend in Seville has claimed its first victim before birth. The hotel that will host is the victim of a relentless campaign of harassment by anti-abortion organizations in a desperate and probably futile attempt not to hold the meeting.

The Meliá Sevilla hosts from today until next Saturday, the ninth congress of the International Federation of Professional Abortion and Contraception (FIAPAC), with the participation of professionals from over 40 countries, and has the backing of the Ministry Health of the Andalusian and the city of Seville.

Well, your say, and organizations like Right to Life have announced a boycott of the hotel Meliá Group, with a view to concluding in Madrid, the World Congress of Families (WCF), bringing together in 2012 to about 1,100 people in the capital of Spain.

These organizations pro-life, in fact, have warned that withdrawing from the documentation of that conference, organized by both, any reference to each and every one of the group’s hotels, to prevent participants in the same staying in them.

“The decision to withdraw the facilities of Meliá Group of documentation that will be served prior to the Congress,” said in a statement a spokesman for these associations, “has been taken because the hotel group is hosting this weekend the congress muncial of the magnates of the abortion industry, which discussed how to improve techniques to streamline its procedures at the time of killing children. ”

The organizers of the anti-abortion conference in Madrid warn that this boycott will extend to all events organized by any of the associations that are after the conference.
Great protest

The congress this weekend in Seville in Seville not only meet the professionals who participate in it, but thousands of antiabortion activists who arrived in Spain, for what they have chartered buses that depart from cities such as Avila, Cadiz, Granada, Jaén, Madrid, Malaga and even a plane from Santa Cruz de Tenerife.

The Pro-Life and the Spanish Family Forum, which have joined the boycott Meliá Group, have called for Saturday, October 23 demonstration at the gates of the hotel hosting the conference, from 12.00.

Not the only protest the weekend about the conclusion of the congress in Seville FIAPAC. On Friday, October 22, at night, at 21.00, Men’s Forum for Equality has called a rally at Plaza de la Virgen de los Reyes, under the motto “Criminalizing abortion is sexist violence.”
The hotel employer calls for restraint

The Hotel Association of Seville and Province has rejected a statement the campaign of “harassment and demolition excessive and disproportionate, that from certain social groups are being encouraged in recent days” against the Meliá Sevilla, and by extension against Meliá.

Sevilla hotel employers also made “an appeal to reason and sanity, rejects all about the pronouncements that have circulated over the network, leading to excess, and urges the co-convenor of the merger, which seems to be that will celebrate in front of the Hotel, to resolve their differences, legitimate, in this field with other media and in other areas and social forums.

engl.

The Federal Constitutional Court in Germany allows abortion opponents to continue harassment of women in front of clinics that offer abortion. On June 29th, 2010 they ruled against the decision of the regional court in Munich which said that abortion opponents were not allowed to approach women with one kilometer of the clinic and not allowed to name the doctor who performs abortion. The Federal Constitutional Court claims abortion is of “public interest” and therefore Christians should have the right to engage in activities that oppose abortion. They claimed as well, that the personal rights of the doctor were not being compromised, even though the abortion opponents published leaflets with his name.

dt.

von Gisela Notz

Ein christlich motivierter, radikaler Abtreibungsgegner hat am Dienstag, 29. Juni 2010 vor dem Bundesverfassungsgericht Recht bekommen. Darüber jubeln die selbst ernannten „Lebensschützer“. Sie dürfen ab sofort wieder vor Frauenarztpraxen und Kliniken demonstrieren oder selbst erfundene „Straßenberatungen“ durchführen, mit denen sie schwangere Frauen zur „Umkehr“ bewegen wollen. Denn die Richter in Karlsruhe haben das Verbot gegen den religiösen Eiferer und seine „Protestaktionen“ aufgehoben, der nach einem Urteil des Landgerichts München innerhalb einer „Bannmeile“ von einem Kilometer keine PassantInnen belästigen durfte. Er hatte sich in der Nähe einer Arztpraxis auf der Straße aufgestellt und mit Plakaten und Flugblättern versucht, diejenigen, die er für Patientinnen des Arztes hielt, einzuschüchtern. „Als engagiertem Christen sei es ihm darum zu tun, sich mit verschiedenen Aktionen gegen die Durchführung von Abtreibungen zu wenden, auch wenn diese der geltenden Rechtslage entsprächen“, heißt es im Urteil. Ein strafrechtlich relevantes Verhalten konnte das Bundesverfassungsgericht dem selbsternannten „Lebensschützer“ nicht nachweisen. Das Landgericht München wurde gar belehrt, dass es zu Gunsten der selbst ernannten „Lebensschützer“ künftig in der Rechtssprechung berücksichtigen müsse, dass „der Schwangerschaftsabbruch ein Gegenstand von wesentlichem öffentlichem Interesse“ sei. Das Nachsehen werden die Frauen haben, die weiterhin dem „Spießrutenlaufen“ und den unerträglichen Belästigungen ausgesetzt sind. Und nicht nur das – die immer aggressiver werdenden anti-choice Organisationen gewinnen an Macht und Durchsetzungsvermögen.

Dem Kläger waren nach einer zweitägigen Aktion vor einer Frauenordination in München verboten worden, den betroffenen Arzt/die betroffene Ärztin namentlich zu nennen und darauf hinzuweisen, dass er Abtreibungen vornehme. Zudem durfte er im Umkreis von einem Kilometer um die Praxis keine mutmaßlichen Patientinnen oder PassantInnen mehr ansprechen. Die HöchstrichterInnen hoben dieses Verbote nun auf. Zur Begründung hieß es, der Arzt werde durch die Proteste nicht in seinem Persönlichkeitsrecht verletzt. Zudem drohe den MedizinerInnen kein „umfassender Verlust an sozialer Achtung“, wenn bekanntwerde, dass sie Schwangerschaftsabbrüche vornehmen.


Längst nicht mehr nur in den USA


Schon lange nicht mehr nur in den USA, wo radikale Abtreibungsgegner mehrere Ärzte, die Abtreibungen vornahmen, erschossen haben, sondern auch in Deutschland müssen Menschen, die für sexuelle und reproduktive Rechte und die Selbstbestimmung der Frauen eintreten, sich immer wieder mit den Vorgehensweisen christlicher Fundamentalisten auseinandersetzen.
Auch hier werden Frauen, die sich für einen Schwangerschaftsabbruch entscheiden, verunglimpft und als Mörderinnen bezeichnet. Denn die „Lebensschützer“ bedienen sich einer aufhetzenden Rhetorik und ignorieren die grundgesetzlich verbriefte Würde der Frau, ihr Recht auf reproduktive Autonomie, auf selbstbestimmte Sexualität, Kontrolle über ihren eigenen Körper und die von ihr gewählte Lebensform. Sie verleumden Organisationen und Personen, die sich für die Rechte von Frauen und Homosexuellen einsetzen und attackieren sie. Mit „Lebensschutz“ hat das ebenso wenig zu tun, wie die von ihnen beliebte Gleichsetzung von Abtreibungen mit dem Völkermord der Nazis.

Die selbsternannten „Lebensschützer“ sind keine einzelnen „Wirrköpfe“. Sie sind mitten in der Gesellschaft angekommen, unterhalten Beratungsstellen, haben eine Juristinnenvereinigung und eine Ärzteaktion, und sie haben seit Bestehen des § 218 (seit dem Jahre 1871) wesentlichen Einfluss auf die Gesetzgebung ausgeübt. Es ist an der Zeit, dass die demokratischen Kräfte in unserer Gesellschaft den reaktionären Weltanschauungen von christlichen Fundamentalisten und selbst ernannten „Lebensschützern“ entgegentreten, anstatt sie zu bestärken. Selbsternannte Lebensschützer schützen kein Leben, sondern gefährden Leben indem sie Psychoterror ausüben und versuchen, Frauen in ihrem Grundrecht auf Selbstbestimmung für oder gegen ein (eigenes) Kind zu verunsichern sowie das Recht auf Schwangerschaftsabbruch insgesamt zu verschärfen.


Gisela Notz war bis zum Mai 2010 Bundesvorsitzende von pro familia